Kapitel 1
Ein irrer, schriller Schrei durchbrach die Stille der Nacht. Ich stand, mit dem Rücken zur Tür, halb über die Leiche des Marokkaners gebeugt. Fuhr herum. Zwei schmale, braune Hände hatten den Perlenvorhang auseinander geteilt. In der Öffnung sah ich ein von schwarzen Haaren umrahmtes Gesicht, aus dem mich dunkle Augen mit unbeschreiblichem Entsetzen musterten. Der Mund war weit geöffnet – ein Quell irrer, verzweifelter Schreie.
Wer auch immer dieses Wesen sein mochte, es hielt mich für den Mörder – musste mich natürlich für den Mörder halten.
Das sah verdammt böse für mich aus. Das Geschöpf zum Schweigen bringen? Aber wie? Zu spät! Die Schreie würden bestimmt die ganze Nachbarschaft auf die Beine bringen.
Ich hatte höchstens noch wenige Sekunden. Ich sprang auf den Vorhang zu. Die Hände verschwanden – wie auch das Gesicht. Ich raffte den Vorhang zur Seite, sah, wie eine schmale Gestalt die Treppe hinunterhuschte.
Und da war auch schon die Bescherung: Unten im kleinen Hof wimmelte es von schattenhaften Gestalten. Rufe ertönten, Fragen. Arme reckten sich in die Höhe, deuteten in meine Richtung.
Junge, Junge, das war wirklich eine schöne Bescherung! Wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten zusam-
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